Siegfried Perl

 

Geboren: 1968

Alter zum Handlungs-
zeitpunkt:

50/51
Beruf: Fliesenleger
Haarfarbe: braun
Buch: Die Aktivistin


Allgemeines

Siegfried Perl (ca. 1968 in Ost-Österreich) ist ein Handwerker aus Hohenau an der March. Er ist der Vater der Aktivistin Johanna Perl, die durch ihren Protest gegen die EU-weite Abschaffung von Bargeld bis über die Grenzen der EU hinweg für Aufsehen gesorgt hat.

 

Biografie

Siegfried wurde etwa 1968 im Weinviertel geboren. Nach Abschluss der Pflichtschule, begann er eine Lehre als Fliesenleger. Einige Jahre später lernte er seine spätere Frau Elisabeth kennen. Die gemeinsame Tochter Johanna kam am 13. Februar 1995 zur Welt.

Siegfried Perl arbeitet als Fliesenleger für die Firma Adalbert Hofer Fliesen & Sanitär KG. An den Wochenenden nimmt er außerdem Aufträge von Privatpersonen an, um das Budget für seine Familie aufzubessern. Während seine Arbeit unter der Woche korrekt versteuert wird, führt er für die zusätzliche Arbeit am Wochenende keine Steuern ab – diese Aufträge erledigt er schwarz, bzw. im „Pfusch“.

 

*Achtung Spoiler*

Im Herbst 2018 ist Siegfried Perl über die Maße aufgebracht als er erfährt, dass die EU das Bargeld im gesamten Euroraum abschaffen wird. Ihm ist klar, dass er als Handwerker dann keine steuerfreien Zusatzeinkünfte mehr haben wird. Abgesehen von diesem Einschnitt in die Haushaltskassa ärgert ihn vor allem das Prinzip: Die Verwaltung wird eine lückenlose Kontrolle über seine privaten Finanzen haben und kann nach Belieben neue Steuern einführen ohne, dass er eine Möglichkeit haben wird diese zu umgehen.

Für Siegfried gibt es zuhause kaum noch ein anderes Thema. Er kann und will nicht akzeptieren, dass er nur eine bedeutungslose Entität im System sein soll, die lückenlos überwacht werden darf. Davon abgesehen vertritt er die Ansicht, dass seine Steuerschuld damit erfüllt sein muss, dass seine Arbeit an fünf Tagen pro Woche voll versteuert ist – dass er auch Steuern bezahlen soll für Einnahmen aus Arbeiten, die er zusätzlich, unter Aufopferung seiner Freizeit an den Wochenenden verrichtet, erachtet er als bodenlose Frechheit.

Als eines Nachmittages seine Tochter Johanna, die ihm neben seiner Frau Elisabeth alles bedeutet, keine Ahnung davon hat, was schon bald auf alle EU-Bürger zukommen soll, ist er bestürzt. Er erklärt seiner Tochter, die sich kürzlich von ihrem Freund Marvin getrennt hat und deshalb traurig war, was die supranationale Regierung plant.

Es erfüllt ihn mit großem Stolz, als er bald darauf erfährt, dass Johanna angefangen hat sich dem Thema „Abschaffung Bargeld“ zu widmen und im Internet auf einem Weblog dagegen protestiert – ganz im Gegensatz zu seiner Frau, die besorgt über Johannas Aktivitäten ist. Siegfried hingegen betrachtet es nicht als problematisch, dass Johanna eine für die Verwaltung „ungemütliche“ Ansicht öffentlich vertritt. Er freut sich sehr, da seine Tochter zusehends Erfolg mit ihrer Protestbewegung hat und ermutigt sie weiterzumachen. Jedenfalls so lange, bis das Haus der Familie Perl im Februar 2019 von der Polizei durchsucht wird. Angeblich soll Johanna illegale Musikdownloads gemacht haben – jedoch ist Siegfried, Elisabeth und auch Johanna klar, weshalb die Polizei wirklich da gewesen ist. Als er den Ernst der Lage erkennt und sieht, dass seiner Tochter ernsthafte Gefahr durch die Staatsgewalt droht, hält auch er sie dazu an, ihren Protest einzustellen. Nun ist auch Johanna selbst dazu bereit, sich im Hintergrund zu halten, aus Angst vor der Staatsgewalt.

Allerdings kommt dieser Schritt zu spät: Am Morgen des 14. Februars 2019 wird Johanna unter schwerem Polizeieinsatz in ihrem Elternhaus in Hohenau an der March verhaftet. Siegfried ist über die Maße aufgebracht über den Polizeieinsatz und fordert die Beamten unter anderem dazu auf „sich aus seinem Haus herauszuscheren“. Erst nach mehrmaliger Ermahnung durch die Polizei und der Androhung schwerwiegender Konsequenzen hält sich Siegfried zurück – allerdings auch nur, da er weiß, dass Johanna ohnehin verhaftet wird und Elisabeth einem Nervenzusammenbruch nahe ist – also entscheidet er, da er seiner Tochter im Moment nicht helfen kann, der Polizei nicht im Weg zu stehen, damit er nicht ebenfalls verhaftet wird und für seine Frau da sein kann – wäre Johannas Mutter nicht im Haus gewesen, hätte er seine Tochter weiterhin verteidigt bis er ebenfalls verhaftet worden wäre.

Als die Polizei Johanna verhaftet hat und das Haus der Familie Perl verlassen hat, ist Siegfried Perl in Rage. Er stürmt ins Wohnzimmer, nimmt ein Bild des Bundesadlers, das gut 20 Jahre an dieser Stelle gehangen hat, von der Wand und zerschmettert es auf dem Boden. Er hat nun jedes Vertrauen in den Staat und vor allem in die supranationale Regierung verloren.

Nachdem er die von der Polizei zerstörte Eingangstür wieder instand gesetzt hat, beabsichtigt er Zeitungen und das Fernsehen über Johannas Verhaftung zu informieren und darauf hinzuweisen, dass sie vollkommen unschuldig von der österreichischen Staatsgewalt in Haft genommen worden ist. Seine Frau kommentiert sein Vorhaben mit den Worten „Bist du übergeschnappt?“. Sie sieht die Wurzel des Übels darin, dass Johanna überhaupt erst öffentlich aufgefallen ist und kann sich nicht vorstellen, dass der Kontakt zu Medien ihrer Tochter irgendwie helfen würde; stattdessen möchte sie für Johanns Gerichtsverhandlung den besten Anwalt nehmen, den sich die Familie Perl leisten könnte.
Siegfried telefonierte anschließend lange mit seiner Rechtsschutzversicherung, in der Hoffnung irgendetwas zu erfahren, wie er seiner Tochter helfen könnte.
Als er am Abend die Nachrichten sieht, in der Hoffnung etwas Neues über Johanna zu erfahren, und ein Beitrag gebracht wird, der Johanna grob diffamiert, stimmt er seiner Frau zu – dahingehend, dass es keinen Sinn gehabt hätte, die Medien zu kontaktieren.

Es freut ihn sehr, dass die Lage nach Johannas Verhaftung europaweit eskaliert: In vielen Städten gibt es Ausschreitungen. Auch Wien ist stark betroffen. Schließlich wird Johanna freigesprochen – unter dem Vorwand, dass es sich bei ihrem Fall um einen Justizirrtum gehandelt hat. Sie wird  zurück nach Hohenau an der March gefahren, mit einer Limousine die ihr ein Unternehmer als Dank zur Verfügung gestellt hat.

Siegfried ist glücklich, da seine Tochter wieder in Freiheit ist und darüber über die Grenzen Österreichs hinweg Bekanntheit erlangt hat – und schließlich auch das Europaparlament verkündet, dass die Währungsreform nicht umgesetzt wird.

 

Persönlichkeit

Siegfried ist ausgesprochen tüchtig: Er arbeitet gerne, oft an 7 Tagen die Woche, damit er seiner Familie finanziell etwas bieten kann. Allerdings möchte er, dass seine Zusatzeinkünfte ihm selbst und seiner Familie zugute kommen und nicht der Staatskassa.

Er ist stolz auf seine Tochter Johanna und fördert und motiviert sie, wo er nur kann.

Im Gegensatz zu seiner Frau Elisabeth reagiert Siegfried sehr energisch, wenn er das Gefühl hat ungerecht behandelt zu werden.

Er ist sehr kritisch gegenüber behördlicher Kontrolle und betrachtet es als unrechtmäßig, wenn die Behörden allzu viel Einblick in das Privatleben der Bürger nehmen.

 

Triviales

Er hat zwei Geschwister, Ines und Markus.

 

Zitate

“Wisst ihr, ich halte mich für einen braven Bürger: Ich arbeite Vollzeit und bezahle meine Steuern und Sozialabgaben – nicht nur für meine Arbeit, sondern auch mit jedem Einkauf, für das Auto, beim Tanken, für Grund und Boden und so weiter. Aber wenn ich mir am Wochenende etwas dazuverdiene, erfährt das Finanzamt nichts davon. Irgendwo muss auch einmal Schluss sein mit Steuern!“