Herr Gruber

Geboren: 1957

Alter zum Handlungs-
zeitpunkt:

54
Beruf: Unternehmer
Haarfarbe: grau-braun
Buch: Der Freizeitpionier


Allgemeines

Herr Gruber (ca. 1957 in Wien-Umgebung) ist Inhaber der Firma Banner Druck in Klosterneuburg.

 

Biografie

Herr Gruber, geboren um 1957 in der Nähe von Wien, hat sich nach seiner Pflichtschulausbildung und vielen Jahren als Arbeiter selbstständig gemacht. Er ist als Geschäftsmann allerdings nicht sonderlich erfolgreich.

 

*Achtung Spoiler*

Im Frühjahr 2011 schreibt er eine Stelle als Drucker aus, da sein Betrieb stark unterbesetzt ist. Das Arbeitsamt vermittelt diese Stelle unter anderem an Ferdinand Grenzmann, der sich widerwillig bewirbt und schließlich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Herr Gruber, der dringend einen zweiten Drucker in seinem Betrieb braucht, will Ferdinand prompt einstellen, da er ihn für einen jungen Kerl ohne große Vision hält, den er getrost ausbeuten kann.

Aufgrund des Drucks von Seiten des AMS und von seinen Eltern, wagt Ferdinand es nicht die Stelle abzulehnen, obwohl ihm furchtbar davor graut. Nach seiner Einschätzung ist die Stelle schlimmer als die bei Ducker Druck.

Einige Tage später erlebt Herr Gruber eine unangenehme Überraschung, als Ferdinand ihm unerwartet per Telefon absagt. Herr Gruber regt sich furchtbar darüber auf, doch Ferdinand Grenzmann ist davon unbeeindruckt und beendet das Telefonat.

 

Persönlichkeit

*Achtung Spoiler*

Herr Gruber verliert schnell die Beherrschung. Er hat keine anständigen Manieren und generell merkt man rasch, dass er keineswegs zur Oberschicht gehört, auch wenn er (äußerst erfolglos) versucht diesen Eindruck zu vermitteln.

Er trägt während der Arbeit stets einen Anzug, um sich mächtig und wichtig zu fühlen, allerdings merkt er selbst nicht, dass sein Anzug längst hoffnungslos ausgetragen und schmutzig ist und er damit einen durchaus anderen Eindruck vermittelt als den, den er glaubt.

Generell ist Herr Gruber körperlich auffällig ungepflegt, wenngleich ihm dieser Umstand wohl nicht bewusst ist – oder er verdrängt ihn.

Herr Gruber hat kein Problem damit junge Mitarbeiter nach Strich und Faden auszubeuten, damit seine Firma irgendwie überleben kann.

Er hat eine dürftige Allgemeinbildung.

Obwohl er aus Ost-Österreich stammt, hat er zum Beispiel keine Ahnung wo Illmitz liegt.

  

Triviales

*Achtung Spoiler*

Herr Gruber ist Unternehmer, jedoch nicht besonders erfolgreich: Sein Betrieb befindet sich in einem heruntergekommenen Gebäude, sein Maschinenpark ist hoffnungslos veraltet (bei dem Vorstellungsgespräch mit Ferdinand gefällt ihm daher sehr gut, dass dieser bei Ducker Druck auf alten Druckmaschinen gearbeitet hat). Auch ist sein Betrieb stark unterbesetzt: Er beschäftigt nur einen Grafiker, der Kettenraucher ist und etwas weggetreten wirkt (er raucht möglicherweise auch Haschisch). Derselbe junge Mann empfängt außerdem die Kundschaft. Hinten im Produktionsbereich arbeitet ein übergewichtiger Drucker auf drei Maschinen gleichzeitig. Ausfälle sind bei dieser Konstellation vorprogrammiert. Ob Herr Gruber noch weitere Leute beschäftigt, etwa in der Endfertigung oder als Lieferant, ist nicht bekannt.

Immerhin gelingt es ihm seinen Betrieb über Wasser zu halten, indem er Kunden bedient, die sich wenig um Qualität kümmern und bloß auf einen günstigen Preis aus sind. In der Tat schafft er es, günstige Preise zu kalkulieren, da Gebäude und Druckmaschinen längst abbezahlt sind – und, da er seine Mitarbeiter restlos ausbeutet: Feierabend gibt es erst, wenn alle Arbeit getan ist; Überstunden werden nicht bezahlt, stets mit dem Argument, dass es die Firma ruinieren würde und die Arbeitsplätze dann ganz weg wären. Aus diesem Grund beschäftigt Herr Gruber ausschließlich junge Leute, die diese Belastung aushalten und die sie sich auch am ehesten noch gefallen lassen.

Er ist das Resultat eines geplatzten, weil von Anfang an schlecht durchdachten Traumes: Herr Gruber wollte einfach nur reich sein. Wie, das war ihm egal. Also hat er in jüngeren Jahren, weil er öfters gehört hat, dass man damit gutes Geld verdienen könnte, eine Druckerei aufgemacht – wohl da ihn die Materie selbst überhaupt nicht interessiert hat, wusste er nicht, dass sich die Bedingungen längst geändert hatten. Insofern war sein Betrieb für ihn von Anfang an eine Enttäuschung. Dennoch ist er stets darum bemüht, nach außen hin den erfolgreichen Unternehmer zu mimen, mit ausgesprochen bescheidenem Erfolg, während er es tatsächlich nur mit großer Mühe schafft seinen Betrieb am Laufen zu halten.

 

Hinter den Kulissen

Die Figur des Herr Gruber basiert auf einer Begegnung, die Thomas Sailer im Jahr 2007 gemacht hat.

Ursprünglich wurde die Figur Simon von Oettingen aus dem Roman Die Wüstenpflanze nach dem Vorbild von Herrn Gruber kreiert, allerdings hat sie sich anders entwickelt. Als Konzernerbe ist Simon von Oettingen nicht ungepflegt, allerdings stark übergewichtig (was Herr Gruber nicht ist) und auch sehr viel unselbstständiger als Herr Gruber, der immerhin seinen eigenen Betrieb irgendwie am Laufen hält (von Oettingen lebt nur von dem geerbten Vermögen, die Arbeit machen die Manager an der Konzernspitze). Was die beiden hingegen eint, ist, dass sie beide sehr abstoßende Charaktere sind.